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Informationen

Der Werra-Meißner-Kreis (WMK) als ländlich geprägte Region (Anteil  44 % landwirtschaftlicher und 42 % forstwirtschaftlicher Fläche) hat die Chance erkannt, die er durch seinen Biomassereichtum besitzt, die Abkehr von den fossilen Energieträgern dynamisch umzusetzen und die daraus resultierenden Vorteile für die regionale Wertschöpfung zu nutzen. Das hohe Biomassepotential und die Möglichkeit, weitere Erneuerbare Energien zu nutzen, macht den WMK zu einem Kreis mit hoher Standortattraktivität.

Die Hessische Landesregierung strebt einen Anteil von 15 % regenerativer Energie am Endenergieverbrauch ohne Verkehrssektor bis zum Jahr 2015 an. Wir haben z.B. einen Beschluss unseres Kreisausschusses herbeigeführt, der vorsieht, 20 % des Endenergiebedarfs aus Erneuerbaren Energien zu decken.


Bestehende Maßnahmen und Aktionen

  1. BioRegio Holz «Meißner-Kaufunger Wald»
    Nachdem der Landkreis Kassel und der WMK als Folgeregion BioRegio Holz «Meißner-Kaufunger Wald» 2007 von HMULV ausgewählt wurden, können bereits deutliche Erfolge zum vermehrten Einsatz des Brennstoffs Holz gemeldet werden. 17 Anlagen (Hackschnitzel, Pellets) wurden in ca. zwei Jahren in Betrieb genommen, davon beispielhafte Anlagen mit Nahwärmeleitungen zu Nachbarn und Stallgebäude von mehreren Landwirten. In der Projektlaufzeit konnten mehrere Schulgebäude mit Hackschnitzelheizungen versehen werden.
    Die Zielsetzungen der Projektlaufzeit haben neben dem vermehrten Einsatz von Holzfeuerungsanlagen die Weiterentwicklung der Brennstofflogistik zum Inhalt. Ein Holzhof mit drei Verkaufstellen wurde eröffnet. Die Angebote des Hofes, zu dem auch ein Bring-Service gehört, werden intensiv genutzt.

  2. Biogas-Anlagen Wettbewerb
    Im Jahr 2006 wurde im WMK ein Biogaswettbewerb durchgeführt und trug zur Imageverbesserung von Biogasanlagen bei. Von den 16 Städten und Gemeinden des WMK haben 10 Städte und Gemeinden Interesse bekundet und gute Konzepte für die Errichtung von Biogasanlagen mit Wärmenutzung vorgelegt. Im Dezember 2007 ging die erste Biogasanlage in Wanfried ans Netz. Sie verfügt über 750 kW  die in einem Jahr 6,6 Mio. kWh Strom und 6 Mio. kWh Wärme erzeugte. Die Wärme wurde vollständig für die Holztrocknung («BioRegio Holz» Produkte und Holzkohleherstellung) und die Fermenterbeheizung verwendet.
    Das Besondere ist bei Umsetzung dieser Anlage ist, dass sich die Anlage in Wanfried durch die Holztrocknung wunderbar in das BioRegio Projekt integriert ist.

  3. Biokraftstoffe
    Auch im Bereich der Biokraftstoffe hat sich der WMK vor Jahren gut positioniert.
    Der WMK regte beim HMULV eine Biokraftstoffstudie an. Nach mehreren Folgegutachten, haben wir nun starkes Interesse an einer  Demonstrationsanlage zur dezentralen Herstellung von Pyrolyseöl als Vorstufe von BTL-Kraftstoffen. Hessisch Lichtenau oder Sontra als Konversionsstandorte bieten sich zur Realisierung derartiger Anlagen an.

  4. Biogene Reststoffe
    Bereits vor der Novellierung des EEG, das u. a. die Gewährung eines Technologiebonus für die Vergärung biogener Reststoffe vorsieht, hat sich der WMK zur künftig intensiven Nutzung biogener Reststoffe entschlossen.

    Seit dem 01.01.08 hat der Werra-Meißner-Kreis die Stromversorgung komplett auf Öko-Strom umgestellt. Die Versorger E.ON und Lichtblick liefern Strom aus Wasser- und Windkraft sowie aus Biomasse. Für diesen Umstieg ergibt sich für alle Kreisgebäude eine CO 2 Einsparung von etwa 2.240 Tonnen jährlich. 25 Gebäude wurden mit Photovoltaik-Anlagen (Gesamtfläche 10.850 m²) ausgestattet, nur noch wenige weitere Anlagen sind auf kreiseigenen Dächern möglich.

    Die Kreisstadt Eschwege hat fünf Photovoltaikanlagen auf stadteigenen Dächern installiert, an deren Betrieb sich Bürger/innen in Form eines Darlehensmodell beteiligen können. Bis Ende Mai 2009 haben Bürger/innen bereits 200.000 Euro der Stadt Eschwege als Darlehen zur Verfügung gestellt.

    In Wanfried wird mehr Ökostrom produziert als Bürger verbrauchen. 6,1 Mio. Kilowattstunden verbrauchen die Wanfrieder Haushalte. 7,8 Mio. Kilowattstunden werden durch Biogas, Wasserkraft und Photovoltaik erzeugt. Das entspricht einer Deckung von 126 Prozent.

 

Was ist weiter zu tun?

  1. Bioenergie-Offensive
    Derzeit wird ein Kooperationsverbund Erneuerbare Energien (gen. Bioenergieoffensive) bei unserer Wirtschaftsförderungsgesellschaft etabliert.
    Wir verfolgen eine (KAA) Klimaanpassungsakademie in Witzenhausen anzusiedeln. Klimaschutz muss langfristig und übergreifend angelegt werden.
    Witzenhausen als Standort eignet sich besonders gut das hier bereits eine Ballung von Bildungseinrichtungen und Unternehmen existiert, deren Arbeit bereits seit längerem die Nutzung die erneuerbaren Energien ist.
    Hierzu gehören der Fachbereich Ökologische Agrarwissenschaften der Uni Kassel, das Deutsche Institut für Tropische und Subtropische Landwirtschaft (DITSL) sowie die DEULA (Deutsche Lehranstalt für angewandte Technik.

  2. Bioregion Witzenhausen
    Als Folge der weltweit ersten Professur für ökologischen Landbau, siedelten sich im Laufe der Jahrzehnte Unternehmen aus Produktion, Handel und Dienstleistungen  der «Biobranchen» in Witzenhausen an.  


Werra-Meißner-Kreis
Der Kreisausschuss
37267 Eschwege